Zoologie / Rund um das Sikawild / Rassen in Weserbergland
Untersuchungen zur Bestimmung der Rassenzugehörigkeit
des Sikawildes im Vorkommen Weserbergland
 
 
Städtisches Gymnasium Beverungen
Hans Barth, Lars Dierkes, Ruben Vornholt
Beverungen im Januar 2000
 
 
Einleitung
 
Die einzige Population großwüchsiger Formen des Sikawildes in freier Wildbahn steht heute im Weserbergland.
 
Selbst bei nationalen und internationalen Trophäenschauen wurde die Reinrassigkeit wegen seiner Stärke bezweifelt. Man stellte Vermutungen darüber an, dass es sich wohl um hybride Formen zwischen Sikawild und Rotwild handeln würde.
 
Seine Wurzeln sind im Franfurter Zoo nachzuweisen. Obwohl das Wild in Körpergröße, Geweihausbildung und Färbung von anderen Vorkommen in der Bundesrepublik Deutschland abweicht, gleicht es dem Sikawild aus dem ehemaligem Gatterrevier des Prof. Alexander König in Blücherhof, Mecklenburg, das in Fachkreisen anerkannt als reinrassige hortuloide Sikaform bezeichnet wird.
 

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Zielsetzung der Untersuchung
 
Die geographischen Herkünfte der nach Westeuropa gelieferten Sikas sind nur mangelhaft dokumentiert. Oft- wenn überhaupt - liegen nur Angaben vor, die sich auf Länder wie Japan, China oder UdSSR beziehen. Zwar gibt es einige wenige Direktimporte, doch ging der größte Teil der Lieferung über den Tierhandel. Für die Bundesrepublik Deutschland war dies der Tierimporteur Hagenbeck in Stellingen. Mit den sehr globalen Herkunftsangaben kann unsere Fragestellung, nämlich nach der eingeführten Unterart ins Weserbergland, nicht beantwortet werden. Selbst die Bezeichnungen großer Dybowskii-Hirsch und kleiner japanischer Hirsch lassen keine klare Unterscheidung der jeweiligen Sikaform zu, was mit den bis heute noch nicht eindeutig definierten Unterarten zu begründen ist.
 
Nach EICK (Link) gibt es zwar Berichte über Importe der großen Sikarasse aus dem Amur- Ussurigebiet nach Westeuropa, wobei die Firma Karl Hagenbeck bereits 1892 dahingehend erwähnt wurde, dass sie eine größere Lieferung Dybowskiwild (Cervus nippen hortulorum / Cervus / pseudaxis / dybowskii) von den Grossen Sharntar Inseln erhielt. Bezogen auf das Beverunger Sikawild, lassen die Briefwechsel zwischen Karl Hagenbeck und Freiherr von Wolff-Metternich diese Aussage nicht belegen, weil Hagenbeck wie Wolff-Metternich immer nur allgemein von Sikawild schreiben. Zudem war die Identifikation von Sikarassen in Fernost schon damals mit Schwierigkeiten verbunden, so dass ein Nachweis über ursprüngliche Formen des Sikawildes kaum mehr möglich war. In Westeuropa gingen nahezu alle phänotypischen Merkmale verloren, was das Ergebnis von Zucht und Verfrachtung war. Insofern blieb die ursprüngliche Form kaum erhalten, zumal Kreuzungen und Züchtungen auf dem Kontinent eine Anreicherung des Genpools verursachten.
 
Diese Unregelmäßigkeiten in der Formenentwicklung des eingebürgerten Sikawildes in Westeuropa spiegeln sich speziell auch im Vorkommen Weserbergland wider. So traten nach der Populationsentwicklung in freier Wildbahn punktierte neben dunklen Formen auf. Das Wildbretgewicht sank gegenüber dem Gatterwild beträchtlich. Dies äußerte sich auch in der Geweihentwicklung. Nachdem die Bejagung die schwächeren Stücke selektierte, entwickelte sich im Sikavorkommen im Weserbergland eine Population, die an Körpergewicht und Geweihausbildung einen Grossteil ihrer in Westeuropa lebenden Verwandten übertraf.
 
Dadurch zweifelten einzelne Fachkreise die Reinrassigkeit dieses Sikawildes im Vorkommen „Weserbergland“ an. Sie äußerten den Verdacht, dass es sich bei diesen Hirschformen um Hybriden zwischen Rothirsch und Sikahirsch handelt, zumal nachweislich Kreuzungen in England und Litauen nachgewiesen wurden. Diese Zweifel wurden aber in den letzten zehn Jahren verworfen, indem man heute die Auffassung vertritt, dass das in Beverungen lebende Sikawild der Dybowskiiform angehört.
 
Ziel unserer Untersuchung ist es daher, über eine vergleichende Betrachtung mit Geweihen anderer Vorkommen Rückschlüsse auf den spezifischen Phänotyp des Sikawildes zu ziehen. Dabei gilt es ferner zu klären, inwiefern die importierte Stammpopulation der Dybowskii-Rasse angehört und inwieweit diese reinrassig oder mischerbig war. Unser Hauptaugenmerk richtet sich aber auf den Nachweis der heute im Vorkommen Weserbergland lebenden Sikawildformen.
 
Sollten die Vermutungen zutreffen, dass das Beverunger Sikawild dem Rassenkreis Cervus nippon hortulorum angehört, können unsere Untersuchungsergebnisse einen Beitrag für die Erhaltung des Genpools einer in ihrem Ursprungsgebiet selten gewordenen Sikawildform leisten.  
  
  
Arbeitsweisen und Methoden
 
Die Beschreibung verschiedener charakteristischer und farblicher Merkmale, wie z. B. die Farbe des Fells, des Spiegels, des Schwanzes, des Ohres, der Metatarsaldrüse, Länge des Schwanzes, wurden schon früh benutzt, um das Problem der Entwicklung verschiedener Sikaformen und der Hybridisierung zwischen Sika– und Rothirschpopulation zu klären. EICK und andere haben rückblickend festgestellt, dass die individuellen Beschreibungen über die Morphologie des Sikawildes weder für die Klärung der Art- und Rassenbildung noch für die Kreuzung des Sikawildes mit anderen Hirschformen eindeutige Rückschlüsse zulassen, weil das subjektive Empfinden nicht selten bei einer vergleichenden Betrachtung der Aussagen widersprüchlich erscheint.
 
Die Beschreibungen des Sikawildes sind größtenteils Momentaufnahmen, die zwar eine Vielfalt von Daten aufweisen, aber auch vom subjektiven Empfinden des Beschreibers beeinflusst werden. Färbungen des Fells können je nach dem Verbreitungsgebiets oder der Biotopstruktur variieren. Auch die Körpermaße werden vom Lebensalter und vom Biotop geprägt. Diese können maßgeblich durch menschlichen Einfluss verändert werden.
 
Auch die Angaben der Lauflängen mit Huf führen zu falschen Eindrücken. Ähnlich verhält es sich mit der Darlegung der Körpergewichte, wobei die Frage, aufgebrochen mit Haupt oder ohne Haupt oder Lebendgewicht, nicht immer klar angegeben werden.
 
Wildbiologen und Fachleute des Sikawildes schlagen aus diesen Gründen Methoden vor, wie Untersuchungen der Schädelmorphologie, kanonische Variablenanalyse, non–metrische Variablenanalyse, biochemisches Verfahren und Karyotypenanalyse vor.
 
Aufgrund fehlender biochemischer Einrichtungen, um beispielsweise die Immunoelektrophorese und Arbeiten mit Markern oder Karyotypenanalysen durchzuführen, erschien es uns nur möglich, die Fragestellung über die Formenentwicklung des Sikawildes im Weserbergland zu bearbeiten, indem wir uns auf die erstgenannten Methoden beziehen. Die Anwendung der biochemischen Verfahren ist darüber hinaus im Falle unserer Arbeit nicht durchführbar, weil Versuchsmaterial aus den 60er und 80er Jahren überhaupt nicht zur Verfügung steht.
Unsere Untersuchung beruhen u. a. auf Aussagen von Jägern und Förstern und alten Schriften. Diese können für unsere Deutungen und Schlussfolgerungen hilfreich sein, unterliegen aber auch einer subjektiven Betrachtung. Deshalb beschränken sich unsere Untersuchungen auf die Geweihe mit Schädel, wobei die Messungen zu objektiven Messreihen führen.
 
Insofern beziehen sich unsere Untersuchungen auf die kraniologische Analyse, wobei bei der Einschätzung von Schädelmerkmalen die ununterbrochene oder metrische Variable, wie z. B. : Länge und Breite des Schädelknochens, und die non–metrische Variable, wie Formen des Geweihs, benutzt werden.
 
Nach einer von uns entwickelten Messanleitung wurden Schädel, Stangen und Enden von dreißig Trophäen von Hirschen, die im Zeitraum von 1945 bis 1997 erlegt wurden, vermessen. Diese Anzahl scheint zwar auf den ersten Blick gering zu sein, weil die Messreihe sehr kurz ist und daher der Kritik unterliegt, dass sie wegen der geringen Anzahl wenig aussagekräftig sei. Jedoch ist die Bestandsdichte im gesamten Vorkommen mit durchschnittlich achtzig bis hundert Exemplaren gering. Darüber hinaus tragen Trophäen sehr junger Hirsche wenig zur Klärung der Rassenform des Beverunger Sikawildes bei. Demnach eignen sich für eine sachgerechte Analyse lediglich Trophäen vom vierten Kopf und älter. LOWE und GARDINGER sowie andere Wildbiologen vertreten die Ansicht, dass bereits Messreihen von sechzehn Exemplaren für eine sachgerechte Auswertung ausreichend seien. Aufgrund dieser Feststellung stehen für die Untersuchung genügend Trophäen zur Verfügung, um zu fundierten Schlussfolgerungen über die Rassenzugehörigkeit des Sikawildes im Weserbergland zu gelangen.
 
Unsere Messmethoden, die in Abbildung 1 dargestellt sind, orientieren sich am „Handbuch des Säugetieres Europas arabisch 2/ II “.
 
Vermessen wurde der männliche Schädel dorsal. Dabei kamen Oberschädellänge, Jochbeinbreite, Stirnbein, Nasenbein, Rosenstockdurchmesser (links und rechts) sowie die frontale und senkrechte Länge des Rosenstocks im besonderen Maße in Betracht. Des weiteren galt unser besonderes Augenmerk der Vermessung beider Stangen. Gemessen wurden auch die Stangenlänge, der Umfang der Rosen, der untere und obere Stangenumfang, die Aug- und Mittelsprosse sowie das Achterende und, falls vorhanden, zusätzliche Enden. Darüber hinaus wurde die Auslage bestimmt, wobei die innere und die größte Auslage sowie die Entfernung zwischen beiden Stangen-spitzen ermittelt wurden. Schließlich wurden die Messabschnitte zwischen den Stangen, d.h. zwischen unterem Rosenrand bis Mitte Augsprosse, Mitte Augsprosse bis Mitte Mittelsprosse, Mitte Mittelsprosse bis Mitte Achterende und Mitte Achterende bis Spitze notiert. Zusätzliche Enden an den Stangen bilden weitere Abschnitte, die ebenfalls vermerkt wurden. Schließlich wurden die Abschnitte an den äußeren Enden vermessen. Hierbei haben wir die Längen der Aug- und Mittelsprosse von ihrer Spitze bis zum gedachten endseitigen Stangenrand ermittelt. In gleicher Weise wurde das Achterende und die zusätzlichen Enden vermessen.
 
Diese Ergebnisse stellten wir Messreihen des Ursprungshirsches gegenüber, der von Karl Hagenbeck an das Gehege des Freiherren Wolff-Metternich verkauft wurde. Um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Geweihentwicklung des Beverunger Sikawildes zu erfassen, suchten wir in der Sekundärliteratur sowie in Jagdstatistiken nach Vergleichswerten aus dem bundesrepublikanischen und europäischen Bereich. Hierbei gilt unser besonderes Interesse am Zahlenmaterialien von Geweihen, die aus dem jeweiligen Ursprungsgebieten der Sika-wildvorkommen stammen. Erst dieses Zahlenmaterial von EICK ermöglichte uns die Chance, bei ihrer Gegenüberstellung mit den von uns selbst ermittelten Werten, Rückschlüsse auf die spezifische Sikawildform im Weserbergland zu ziehen.
 
 
Morphologie des Sikawildes im Sikakerngebiet Weserbergland im Vergleich zu Sikaformen anderer Vorkommen in der BRD
 
Das in den Beverunger Revieren lebende Sikawild ähnelt dem des Damwildes. Es besitzt einen kompakten Körperbau, der oft nach hinten "überbaut" ist. Sein Hals erscheint gedrungen, Haupt und Lauscher sind von kurzer Struktur. Sein Spiegel ist meist klein und daher von der Seite kaum zu erkennen. Die Metartarsaldrüsen sind meist oval gestreckt, meist heller als der Lauf oder Lauffarben.
 
Die Decke im Sommer ist bei einem Grossteil des Sikawildes rotbraun mit weißen Punkten, wobei die Winterdecke beim Kahlwild braun, beim Hirsch dunkelbraun bis schwarz ist. Vereinzelt werden Sikas nachgewiesen, die im Sommer ein einheitlich dunkelbraunes Fell besitzen. Sommer wie Winter ist ein Aalstrich auf dem Rücken nachzuweisen. Die Spiegel sind weiß, oben und an den Seiten dunkel umrandet. Im Sommer trägt das Sikawild kurzes Haar mit wenig Unterwolle. Im Winter hingegen werden die Haare länger, und die Unterwolle verdichtet sich. Die Körpermaße erreichen beim Hirsch eine Körperlänge von 169 cm und eine Schulterhöhe von 97 cm. Die Größe des Kopfes beträgt 36,5 cm, die der Lauscher 19,5 cm und die des Wedels 16,9 cm. Die Oberschädellänge beträgt im Durchschnitt knapp 20 cm. Der Sikahirsch kann ein Gewicht, aufgebrochen und ohne Haupt, von knapp 100 Kg erreichen.
 
Die Farbe des Geweihs ist hell, braun bis dunkelbraun, wobei die hellen Typen sehr häufig in Erscheinung treten. Der mittelalte Hirsch setzt ein Geweih mit acht Enden auf, wobei jede Stange eine Aug- und Mittelsprosse sowie ein Achterende in der Sagittalebene aufweist. Im höheren Alter tritt gelegentlich der Ansatz zur Eissprosse auf. Vereinzelt bildet das Geweih auch dreiteilige Kronen aus, so dass ungerade Zehner oder Zwölfer die Folge sind. Die Geweihe erreichen eine Stangenlänge um 69 cm, ihr Volumen beträgt hierbei rund 1300 cm3.
 
Im Gegensatz zum Sikawild des Weserberglandes weist das Sikawild im Bereich Möhnesee eine größere Variabilität auf. Beide Geschlechter haben meist einen schmutzig weißen Unterbauch. Der Grundton des Weibchens ist fuchsrot, der der Hirsche fuchsrot bis rotbraun. Hirsche mit rotbraunem Fell haben keine Flecken, wohingegen anders farbige Formen weiß- bis cremefarbene Flecken aufweisen. Beim Vorkommen von Flecken verlieren diese aber ihre scharfen Konturen und sind unregelmäßig angeordnet.
 
Das Geweih ist um 30 cm kleiner und überschreitet selten die Achterstufe. Auch mit einem Volumen von 635 cm3 liegt es deutlich unter dem der Geweihe des Weserberglands. Vergleichsweise schwächer sind auch die Körpermaße. Mit einer Körperlänge von 141 cm ist der Hirsch vom Möhnesee knapp 30 cm kürzer und mit einer Schulterhöhe von 77 cm rund 20 cm niedriger. Kaum anders verhalten sich beim Vergleich die Oberschädel-längenwerte. Während die Hirsche aus dem Gebiet Möhnesee eine Oberschädellänge von rund 16 cm erreichen, liegen die Werte für das Beverunger Sikawild, hier um 3 cm höher. Noch extremer gestaltet sich das Verhältnis bei einer Gegenüberstellung der Körpergewichte, denn der Sikahirsch des Möhnegebietes erreicht nur etwa knapp die Hälfte des Körpergewichtes seiner Verwandten aus dem Weserbergland.
 
Auch das seit 1960 in freier Wildbahn vorkommende Sikawild im Bereich Schlitz weist gegenüber dem Sikawild des Weserberglandes deutlich geringere Werte auf. Mit Stangenlängen um 50 cm und der nur seltenen Ausbildung von acht Enden, liegen seine Ausmaße deutlich unter dem des Weserberglandes.
 
Ein bedeutendes Sikavorkommen stellt Ostangeln in Norddeutschland dar. Auch hier erreichen die Körper- und Geweihmaße trotz günstiger Äsungsverhältnisse kaum das Niveau des Sikawildes um Beverungen. Mit einem Körpergewicht von durchschnittlich 54 kg sind sie nur halb so schwer wie die des Weserberglandes. Auch wenn 35 % die Achterstufe überschreiten, ist die Geweihausbildung nur halb so groß, was sich auch im Vergleich der Volumina mit 740 cm3 zu 1300 cm3 offenbart.
 
Stellt man diese Ergebnisse einander gegenüber, wird offensichtlich, dass das Sikawild im Vorkommen Weserbergland sich in seiner gesamten Morphologie deutlich von dem anderer Vorkommen in der BRD abhebt. Insofern drängt sich geradezu die Frage auf, welchem Rassenkreis diese Sikaform angehört.
 
 
Einbürgerung von Sikawild auf der Gemarkung der Stadt Beverungen
 
Karl Freiherr von Wolff-Metternich kaufte im Jahre 1933 von Karl Hagenbeck einen jungen dreijährigen Sikahirsch mit einem ungeraden Achtergeweih, ein Alttier sowie zwei Schmaltiere. Dieses Sikawild wurde in einem 100 Morgen großem Gatter „Unteres Lau“, das nördlich der Straße von Wehrden nach Amelunxen, unmittelbar an der Straße gelegen ist, ausgesetzt. Der Hirsch und die drei Stück Kahlwild sind der Ursprung des gesamten Sikawildes im hiesigen Beverungen. Es entwickelte sich ein Rudel, das im Herbst 1937 aus elf Individuen bestand, nämlich einem ungeraden Zehner, einem Achter, fünf Alttieren, einem Schmaltier und drei Kälbern. Im Jahre 1939 ist der Bestand auf 16 Sikas angewachsen.
 
Während des Krieges entkamen durch Beschädigung des Zaunes ein oder zwei Stück Kahlwild und gelangten in die freie Wildbahn. Die Tiere wechselten in den herzoglich Ratiborischen Corveyer Wildberg. Auf Bitten des Herzogs von Ratibor wurde ein Hirsch aus dem Gatter herausgedrückt und somit ein Stamm Sikawild gegründet, der sich damit in der freien Wildbahn befand. Sie blieben aber standortstreu, indem sie sich in unmittelbarer Nähe zum Gatter und im Bereich des Wildberges aufhielten. Im Jahre 1945 wurde das Gatter geöffnet, so dass das gesamte, im Gatter befindliche Sikawild ebenfalls in die freie Wildbahn kam. Demnach müssen im Jahre 1945/1946 zwischen 35 und 45 Stück Sikawild in die freie Wildbahn gelangt sein, Sie orientierten sich in den folgenden Jahren mehr und mehr nach Beverungen. Später kamen aus dem Wildpark Schirmecke, in dem ebenfalls Sikawild gehalten wurde, noch weitere Stücke in die freie Wildbahn. Dabei handelte es sich um einen Hirsch aus dem Frankfurter Zoo, 1972 um zwei Hirsche, die aus dem Tiergarten Nürnberg stammten, und 1976 um einen Hirsch und ein Tier, deren Herkunft der Zoo Wuppertal war, und schließlich zwei Hirsche direkt aus dem Wildpark Schirmeke. In der freien Wildbahn dehnte sich der Wildbestand immer weiter nach Süden bis an die Grenze der staatlichen Revierförsterei Karlsbrunn aus. War der Bestand in der freien Wildbahn in den sechziger Jahren auf rund 50 Stück Sikawild angewachsen, erreicht er heute einen Bestand von rund 100 Stück. Da das Sikawild ein Wanderungsverhalten besitzt, hat es heute Flächen in Besitz genommen, die über das Gebiet der Sikahegegemeinschaft reichen. So kommt heute Sikawild im Bereich des Gutes Hasselhof, in Rheder, Messenhausen, in Tietelsen, Erkeln und Rothe vor, während die Bestandsdichte in seinem Ursprungsgebiet, im Lau/Amelunxen und Blankenau, erheblich abnimmt.
Natürliche Verbreitungsgebiete des Sikawildes.
 
Das Sikawild kommt heute auf nahezu allen Kontinenten in unterschiedlichen Teilpopulationen vor. Ursprünglich wird das Sikawild vermutlich zwischen dem 12 ° und 52 ° nördl. Breite und dem 103 ° und 137 ° Längengrad gelebt haben. Für unsere Arbeit, die der Frage nachgeht, welche Sikaformen im Weserbergland vorkommt, ist weniger die Betrachtung des Gesamtvorkommens als vielmehr die Sikapopulationen in ihren Ursprungsgebieten von Bedeutung.
 
Das natürliche Verbreitungsgebiet von Cervus nippon umfasst den Südosten des asiatischen Kontinents und schließt die vorgelagerten Inseln mit ein. Seine Nordgrenze hat sich in den letzten 150 Jahren nach Süden verlagert und liegt somit heute am 44 ° n. Br. . Die Südgrenze durchzieht Vietnam im Bereich Tonkin.
 
In diesen Arealen wurden mehr als 70 Unterarten beschrieben. Nach Ausscheiden der Synonyme und dem Aussterben einiger Teilpopulationen verblieben heute nur noch 14 Unterarten, wovon 7 auf dem Festland, 6 in Japan und eine auf Taiwan leben. Nach neuesten Erkenntnissen wurde die Formenvielfalt des Sikawildes in Japan auf drei Unterarten reduziert.
 
Die Verbreitung des Sikawildes auf dem asiatischen Festland war ursprünglich sehr hoch. Einst waren 8 Hauptformen vorhanden.
 
Die nördlichste Unterart, der C. n. hortulorum, auch Ussuri – Sika oder Dybowskiihirsch genannt, hat seine Einstände in Russland, China und Korea. In Russland reichte sein Vorkommen nach Südost-Sibirien. Heute umfasst sein Vorkommen lediglich das Gebiet um Primorskij und der Insel Askold. In China hingegen nutzt das Sikawild die Changquaangtsai – Lingberge, die Laeye – Lingberge, die Provinz Heilukiang und den südöstlichen Teil der Provinz Kirin.
 
Der Manschureisika, C. n. mantschuricus, kam in den Provinzen Kirin und Liaoning vor. Auch er besiedelte die nordöstlichen Gebiete Koreas, die zum Gebiet von C. n. hortulorum gehören. Lediglich in Nordkorea kann bis heute ein Vorkommen dieser Unterart vermutet werden. Ansonsten gilt der C. n. Manschurikus in den übrigen Gebieten als ausgestorben.
 
Der C. n. mandarinus, auch Nordchinasika oder Pekingsika genannt, war in den Provinzen Hopeh und Schantung bekannt. Auch er gilt mit großer Wahrscheinlichkeit als ausgestorben. C. n. grassianus, der Schansi-Sika, wurde vor einigen Jahren nur noch vereinzelt in den Chungtiao und Lüling Shangbergen bestätigt. Möglicherweise ist auch dieses Vorkommen inzwischen erloschen.
 
Der Südchinesische Sika oder Jangtsesika, C. n. kopschi lebt in kleineren Teilpopulationen in den Hungshanbergen, in den Jiuhuashanbergen im Süden der Provinz Anhwei sowie im Penzedistrikt der Provinz Kiangsi sowie in den Tianushanbergen. C. n. taiouanus, der Formosa-Sika, war ursprünglich über ganz Taiwan verbreitet. Jedoch wurde 1969 erklärt, dass auch dieser Bestand ausgerottet wäre. Nur noch 20000 Stück dieser Unterart werden in Farmen gehalten.
 
C. n. sichuanicus, der Sichuan-Sika, hat sein Vorkommen von schätzungsweise 1000 Exemplaren im Norden der Provinz Szetschuan in den Distrikten Zoige und Hongyuam und im Süden der Provinz Kansu im Distrikt Tianshue. Hierbei handelt es sich um Sikaformen, die vergleichsweise der Morphologie von C. n. hortulorum entsprechen.
 
Schließlich ist C. n. pseudaxis, der Tonkin-Sika, zu nennen. Diese häufig vorkommende Sikaform wird jedoch von einigen Wissenschaftlern nicht als eigenständige Unterart bewertet, denn Fachkreise nehmen an, dass es sich bei diesem Sikahirsch um C. n. kopschi handelt.
 
Obwohl Wildbiologen und Sikakenner von 8 Sikaformen auf dem Festland ausgehen, hat in der heutigen Zeit eine starke Reduzierung in den Teilpopulationen stattgefunden. Zudem gelten einige Formen in ihrem Bestand als stark gefährdet, wobei einige Unterarten überhaupt nicht mehr nachzuweisen sind. Als gesichert gelten nur noch die Vorkommen von C. n. hortulorum, C. n. kopschi, C. n. sichuanicus und eingeschränkt C. n. pseudaxis. Abbildung 3 zeigt das natürliche Vorkommen des japanischen Sikawildes.
 
Nach Darlegung der noch vorhandenen Sikabestände auf dem asiatischen Kontinent sind heute nur noch Teilpopulationen im Sinne von Restpopulationen vorhanden. Ihre Dichte lässt Zweifel über den Fortbestand der Populationen entstehen. Unter Berücksichtigung der Bedenken kann für China und Korea nur noch ein Gesamtbestand von 20000 Stück angegeben werden. Daher ist der Festlandsika, ursprünglich eine weit verbreitete Wildart, zu einer gefährdeten Art geworden.
 
Berichte über die Verbreitung des Sikawildes in Japan zeigen dagegen eine Stabilisierung der Populationsformen. Sie sind die einzigen Vertreter der Cerviden in Japan. Wie aus der Abbildung 2 hervorgeht, ist die Art in 6 Unterarten unterteilt. Nach ihrem geographischen Vorkommen ordnen sich die Populationen von Nord nach Süd an. Auf Hokkaido lebt der C. n. jesoensis und auf Honshu und den Tsushimainseln der C. n. centralis. Südlich davon, auf den Gotoinslen und in Kyushu, hat C. n. nippon sein Vorkommen, während C. n. mageschimae und C. n. jaku-schimae auf den Mageshima- und Tanegashimainseln beziehungsweise Jakushima- und Kuchinoera-buinseln ihre Verbreitung finden. Schließlich kommt C. n. keramae im Süden auf den Keramaeinseln vor. Diese Verbreitung spiegelt die Fähigkeit des Sikawildes wider, in unterschiedlichen Biotopen leben zu können. So leben sie in Hokkaido, im subarktischen Nadelwald, in Nordhonshu, im sommergrünen Laubwald, in Südhonshu, Shikoku und Kyushu im immergrünen Laubwald und auf den Keramaeinseln sogar im subtropischen Bambus. Wie aus der Berechnung von Durchschnittswerten für Geweihlänge, Geweihhöhe und Körpergewicht hervorgeht, besteht von C. n. jesoensis über C. n. nippon zu C. n. keramae eine Abnahme in den Körpermaßen.
 
Nach der Lage der Verbreitungsgebiete ist davon auszugehen, dass die Unterarten mit topo- bzw. ökoclinaler Differenzierung in früherer Zeit auf dem Festland, sowie auf Honshu in Japan fließend ineinander übergingen bzw. in Japan heute noch übergehen. Aus diesem Grund wird es in den Grenzgebieten benachbarter Sika-populationen zu Bastardierungszonen gekommen sein. Diese Hybriden können eigene Populationen bilden und sich somit zu Ökotypen entwickelt haben.
 
In Japan bestehen heute noch stabile Populationen. Diese Tierart wird als nachwachsende Ressource gesehen und genießt durch Religion und Jagd in Japan einen gewissen Schutz.
 
 
Morphologische Kriterien zur Charakterisierung spezifischer Sikaformen
 
Die Tatsache, dass die in Europa importierten Tiere verschiedenen Unterarten angehören können, war zur Zeit des Importes noch nicht erkennbar. Zudem waren die geographischen Herkünfte nur mangelhaft dokumentiert oder fehlten völlig. Oftmals beschränken sich die Angaben auf die Länder Japan, China und UdSSR. Dieser Sachverhalt beruht darauf, dass die meisten der unterschiedlichen Rassen erst in den letzten Jahren entdeckt und unter 70 verschiedenen Namen erfasst wurden. Insofern scheint die Systematik des Sikawildes weder eindeutig noch geklärt. Erst 1978 wurden für das japanische Sikawild die Unterarten von GROVES und SMEENK gelistet und von FELDHAMMER eine genaue systematische Einordnung der asiatischen Festlandformen des Sikawildes vorgenommen, so dass von den 70 beschriebenen Arten 6- 14 Unterarten übrig blieben.
 
Zudem haben über die Jahrhunderte hinweg genetische Manipulationen verschiedener Sikaformen durch den Menschen stattgefunden, so dass auch dieser Faktor eine eindeutige Rassenzuordnung erschwert. Darüber hinaus gilt es zu bedenken, dass die Restpopulationen auf dem Kontinent in ihrem Bestand gefährdet sind, dass einige Festlandsikaarten ausgerottet, in Vietnam und Taiwan Ökotypen wieder eingebürgert wurden und in China die Parkhaltung mit Auswilderungen nach Westen expandiert. Aus diesen Gründen erscheint es uns notwendig, sich über das Sammeln von Daten über die Körpermaße Klarheit in der Zuordnung der jeweiligen Sikaformen zu verschaffen.
 
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Tab. 1: Variabilität der Schädellängen, Stangenlängen, Körpergewichten und Schulterhöhen bei Sikahirschen aus dem natürlichen Verbreitungsgebieten (7 Jahre und älter).
 
Wie aus der Tabelle 1 hervorgeht, beschränkt sich unsere Datenerhebung aus der Sekundärliteratur von EICK auf die Erfassung von Schädel- und Stangenlängen sowie Körpergewicht. Die Werte für die einzelnen Trophäen aus den natürlichen Verbreitungsgebieten erscheinen - kritisch gesehen - unvollständig, gewähren aber dennoch Einblicke in die Morphologie verschiedener Sikaformen. Sie gehören nach GROVES und OHTAISHI zu den rassenspezifischen Merkmalen, die genetisch fixiert sind. Die Anzahl und Längensummen der Enden sowie das Volumen der Stangen und Enden werden ihrer Meinung nach von der Biotopgüte beeinflusst, so dass sie für die Klärung unserer Fragestellung nicht in Betracht kommen.
 
Vergleichen wir die Körpermaße der verschiedenen Sikaformen, lässt sich eine Untergliederung in zwei Hauptgruppen vornehmen. Danach können wir zwischen der großwüchsigen hortuloiden Form mit den beiden sibirischen Formen C. n. jesoenensis und C. n. hortulorum und den kleineren nippoiden Formen mit C. n. applo-dontus, C. n. nippon, C. n. grassianus, C. n. kopschi, C. n. keramae, C. n. centralis und C. n. jakuschimae unterscheiden.
 
In der Literatur wird immer wieder von einer asymmetrischen Geweihbildung berichtet. Unter asymmetrischem Wuchs verstehen Wildbiologen und Sikakenner das Differieren der Volumina der linken und rechten Stangen, sowie der Enden.
 
Der Ausgangspunkt für das Geweihwachstum stellt der Rosenstock dar. Sein Durchmesser beeinflusst in besonderer Weise die Stärke der Stangen. Insofern sind sie möglicherweise Ausgangspunkt für die asymmetrische Ausbildung des Geweihs, weil mit der Variabilität des Rosenstockdurchmessers auch das Geweihvolumen variiert.
 
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Die Tabellen 2 und 3 stellen den linken und rechten Rosenstockdurchmesser, Stangen- und Endenlängen und linke und rechte Stangen- und Endenvolumina dar.
 
Nach Tabelle 2 weisen hortuloide Formen rechts, nippoide Formen dagegen links einen geringfügig größeren Durchmesser auf. Dementsprechend unterscheiden sich auch deren Geweihvolumina. Die rechten Stangen hortuloider Formen überragen die der linken. Bei den nippoiden Formen ist es, wie Tabelle 3 zeigt, umgekehrt.
 
Die mittleren Längendifferenzen beider Stangen, einschließlich ihrer Enden, sind kaum feststellbar, so dass von einem asymmetrischen Längenwuchs nicht gesprochen werden kann. Die Ergebnisse der von EICK durchgeführten Untersuchung belegen allgemein ein symmetrisches Geweihwachstum, wenngleich gewisse Unterschiede zwischen der linken und rechten Stangen in Längen und Volumina nachgewiesen wurden.
 
 
Geweihmorphologie der Sikahirsche aus dem Weserbergland
 
Zur Beschreibung der Morphologie von Trophäen aus dem Weserbergland wurden 30 Geweihe nach 60 Merkmalen bewertet, wobei Stangenlänge, Rosenstock, Auslage des Geweihs und Form des Schädels besonders berücksichtigt wurden. Für unsere Untersuchung waren 9 Geweihe 8 – 9 jähriger Hirsche, 4 Trophäen 6 – 7 jähriger Hirsche und 9 Geweihe 4 – 5 jähriger Sikahirsche für die Auswertung von Bedeutung. Die Trophäen jüngerer Hirsche wurden vermessen und tabellarisch erfasst. Jedoch blieben sie bei der Auswertung mehr oder weniger unberücksichtigt, weil bei ihnen die maximale Geweihentwicklung noch nicht abgeschlossen war.
 
Download die Tabelle
 
Die Ergebnisse dokumentiert Tabelle 4.
 
Vergleicht man die Werte für Enden und Gewicht der drei Altersklassen des Beverunger Sikawildes, lassen sich Entwicklungsstufen dahingehend belegen, dass mit zunehmendem Alter die Hirsche an Gewicht zunehmen. Im Alter von 8 – 9 Jahren scheinen sie ihr maximales Körpergewicht erreicht zu haben. Die Endenzahl schwankt zwischen 6 und 11 Enden, wobei in den beiden jüngeren Altersklassen das Vorkommen von 8 Enden dominiert, was typisch für die Geweihentwicklung beim Sikawild ist. Allerdings hebt sich die Endenzahl der 8 – 9 jährigen Hirsche von der allgemeinen Achterstufe ab, weil 9 Enden mehrfach in Erscheinung treten.
 
Zur Klärung, welchem Rassenkreis das im Weserbergland vorkommende Sikawild angehört, bieten die Werte auf den ersten Blick keine Grundlage für eine eindeutige Aussage. Beziehen wir aber unsere Ausführungen auf die älteste Altersklasse, ist der Schluss gerechtfertigt, dass das Sikawild im Vorkommen Weserbergland wohl dem hortuloiden Rassenkreis angehört, weil Gewichte zwischen 70 und 90 kg den Wildbretgewichten der hortuloiden Formen des Ursprungsgebietes entsprechen. Dieses vorläufige Ergebnis findet auch eine Bestätigung bei Berücksichtigung der Fellfarbe, denn die Hirsche besaßen ein auffallend punktiertes Sommerfell, das im Winter dunkelgrau bis schwarz gefärbt war.
 
Wie EICK und andere festgelegt haben, stellt neben der Stangenlänge der Oberschädel ein wesentliches Merkmal für die Charakterisierung der Rassenzugehörigkeit dar. Für die Beverunger Trophäen sind die Messergebnisse der Oberschädellänge nach den drei Altersklassen gegliedert.
 
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Tab. 5: Messreihe für Oberschädel-, Jochbein-, Stirnbein- und Nasenbeinlängen der Sikatrophäen aus dem Weserbergland (cm).
 
Die Messreihe über die Oberschädellänge zeigt bei den 8 – 9 jährigen Hirschen eine Amplitude von 17 - 29cm, wobei die meisten Oberschädellängen um 25cm schwanken. Eine geringere Schwankungsbreite zeigen die Ergebnisse der Jochbeinlänge, was die Schwankungsbreite zwischen 10 und 11,5 cm belegt. Ähnlich geringe Differenzen liegen bei der Stirnbein- und Nasenbeinlänge vor. Bei der Schädelvermessung der Geweihe 6 – 7 jähriger Hirsche weichen die Angaben kaum von denen der 8 – 9 jährigen Hirsche ab. Lediglich bei der Oberschädellänge treten mit einem Maximalwert von 32cm gegenüber einem minimalen Wert von 20 cm Extrema auf. Sieht man von einem 5 jährigen Hirsch ab, der eine Oberschädellänge von 17cm aufweist, ist die Spannweite der Oberschädellänge ähnlich gering, wie wir dies bei den 8 – 9 jährigen Hirschen festgestellt haben. Die Schwankungsbreite ist hier mit 22 – 25cm anzugeben.
 
Ähnliche Messergebnisse von Joch-, Stirn- und Nasenbein der alten und mittelalten Altersklasse liegen auch bei den jüngeren Hirschen vor. Die Jochbeinlänge beträgt bei ihnen im Durchschnitt 10cm und die Stirnbeinlänge 9,5cm. Bei der Beurteilung der Nasenbeinlänge treten etwas größere Differenzen auf, denn die Untersuchungen ergaben einen Unterschied von rund 3 cm.
 
Stellen wir diese Messergebnisse der Schädeluntersuchung den Schädellängen der Tabelle 1 gegenüber, so stehen diese in einem engen Zusammenhang mit den Schädellängen von C. n. hortulorum aus den GUS – Staaten und eingeschränkt mit den Schädellängen von C. n. centralis. Da die Sikaformen C. n. hortulorum und C. n. jesonensis dem hortuloiden Rassenkreis angehören, ist in der Beurteilung der Schädellängen dahingehend eine Einschränkung vorzunehmen, indem die Schädellängen von C. n. jesonensis oft über denen des Sikawildes aus dem Weserberglandes liegen. Doch können die Angaben von C. n. hortulorum aus den GUS – Staaten in Einklang mit den Schädellängen der Sikahirsche des Weserberglandvorkommens gebracht werden. Da die Oberschädellängen des Sikawildes aus dem Untersuchungsraum annähernd die gleichen Größen aufweisen, ist die Annahme berechtigt, dass in der Region der Sikahegegemeinschaft „Weserbergland“ der Dybowskiihirsch der Vertreter des Sikawildes ist.
 
Ein weiterer Gesichtspunkt zur Bestimmung rassenspezifischer Merkmale beim Sikawild wird in der Untersuchung der Stangenlängen gesehen. Die Untersuchungsergebnisse sind in Tabelle 6 dargestellt.
 
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Tab. 6: Messreihe von Stangenlängen der Sikatrophäen im Weserbergland (cm).
 
Die Stangenlängen des Beverunger Sikawildes schwanken zwischen 79,1cm und 43,8cm. Da beide Werte als Extremwerte zu betrachten sind, erscheinen die übrigen Angaben über die Stangenlängen insgesamt homogen, denn mit 60cm im Durchschnitt weisen sie bei der höchsten Altersklasse auf eine einheitliche Entwicklung des Geweihs hin. Besonders auffallend ist die Symmetrie, weil die Unterschiede zwischen der linken und rechten Stange unerheblich sind. Die mittelalten Hirsche weisen eine kaum geringere Ausbildung in der Stangenlänge ihres Geweihs auf, obwohl auch hier zwei Extremwerte mit 48 und 70,5cm aus dem Rahmen fallen. Die Schwankungsbreite zwischen der linken und rechten Stangenlänge erscheint ebenfalls unerheblich, so dass dieses Ergebnis mit dem der Stangenlängen 8 – 9jähriger Hirsche gleichzusetzen ist. Bei der jüngsten Alterskategorie tritt eine Zäsur im Längenwachstum des Geweihs zwischen den 4 und 5 jährigen Hirschen auf. Während die 5jährigen Hirsche Geweihe zwischen 50 und 60cm im Durchschnitt schieben, betragen die Stangenlängen der 4jährigen Hirsche 40 bis 50cm. Diese Differenz kann als Indiz einer altersspezifischen Entwicklung des männlichen Sikawildes gesehen werden.
 
Die Stangenlängen des Weserbergland – Sikawildes stimmen nahezu mit den Stangenlängen von C. n. hortulorum aus China und den GUS – Staaten überein. Auch sind sie mit denen der Hirsche von Hokkaido gleich zu setzten. Allerdings treten bemerkenswerte Unterschiede zum C. n. centralis auf, dessen Stangenlängen zwischen 15cm und 20cm kürzer erscheinen.
 
Insofern bestehen zwischen C. n. hortulorum aus China und den GUS – Staaten und eingeschränkt mit C. n. jesonensis markante Übereinstimmungen in der Stangenlänge gegenüber denen des Weserberglandes. Stellt man die Messergebnisse der Schädel- und Stangenlängen zusammen, um eine Zuordnung des Rassenkreises für das Sikawild des Weserberglandes zu erfassen, fallen C. n. jesonensis und C. n. centralis aus der Bewertung heraus. Dagegen stimmen beide Merkmale des C. n. hortulorum aus China und den GUS – Staaten mit denen des Sikawildes aus Beverungen überein. Dies lässt den Schluss zu, dass das Sikawild des Weserberglandes in seinen morphologischen Grundzügen dem Rassenkreis des C. n. hortulorum angehört. Insofern vertritt der Dybowskiihirsch das Sikawild in Nordrhein Westfalen.
 
Da die Ausbildung der Stangen in einem direktem Zusammenhang mit der Gestalt und Mächtigkeit der Rosenstöcke stehen, hielten wir es für sinnvoll, auch diese in unsere Betrachtung einzubeziehen. Die Messdaten zur Entwicklung der Rosenstöcke liegen in Tabelle 7 vor.
 
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Tab. 7: Messdaten zur Entwicklung der Rosenstöcke (cm).
 
Die Vermessung der Rosenstöcke nach Umfang sowie senkrechter und frontaler Länge zeigt, dass zwischen dem linken und rechten Rosenstock nur in einzelnen Fällen Unterschiede auftreten. Lediglich bei zwei Trophäen bestehen beim Umfang zwischen rechtem und linkem Rosenstock Differenzen von 0,8cm und 0,9 cm. Ansonsten erscheinen die Unterschiede minimal. Ähnliche Tendenzen lassen auch die Messergebnisse über die frontale Länge der Rosenstöcke erkennen, denn mit einem einmaligen Auftreten von 1,1cm, 0,7cm und 0,5cm liegen die übrigen Werte deutlich niedriger, so dass auch beim Vergleich der frontalen Längen der Rosenstöcke größtenteils Übereinstimmungen zwischen rechtem und linkem Rosenstock vorliegen. Die Messreihe über senkrechte Länge der Rosenstöcke entspricht im wesentlichen den Ergebnissen über den Umfang und die frontale Länge, denn mit einzelnen Abweichungen von 1,0cm, 0,7cm und 0,5cm bestehen auch hier Übereinstimmungen. Insofern besitzen die Geweihe in auffallender Weise eine symmetrische Form, was EICK auch bei seinen Untersuchungen feststellte.
 
Nach Beurteilung der Rassenzugehörigkeit, die davon ausgeht, dass hortuloide Formen rechts und nippoide Formen links einen geringfügig größeren Rosenstockdurchmesser besitzen, weisen acht Geweihe ( Nr. 3, 5, 9, 13, 17, 18, 19 und 20 ) vier – bis neunjähriger Hirsche mehr nippoide als hortuloide Merkmale oder aber zumindest keine eindeutigen Rassenmerkmale auf. Bei den Geweihen 13, 17, 18, 19 und 20 entsprechen die Messergebnisse den Beobachtungen und Klassifikationen der Jäger. Hingegen zeigen unsere Angaben, dass die Geweihe der Hirsche 3, 5 und 9 sowohl hortuloide als auch nippoide Elemente aufweisen, obwohl diese von den Jägern als reine hortuloide Formen eingestuft wurden. Umgekehrt lassen unsere Messzahlen zum 7. und 11. Geweih keine Typisierung als nippoider Typ zu, weil die Maße eindeutig hortuloide Kennzeichen bescheinigen. Diese Diskrepanzen sind meist von geringerer Bedeutung, als man auf den ersten Blick hin annimmt, denn oft sind die Werte nicht durchgängig für hortuloide oder nippoide Formen.
 
Aufgrund dieser Gegebenheiten, dass bei manchen Trophäen ( Hirsch 3 und 5, sowie 9 und 20 ) keine eindeutige Zuweisung gewährleistet ist und die Untersuchungsergebnisse zum Teil im Widerspruch mit den Klassifikationen der Sikajägerschaft stehen, glauben wir von einem gemeinsamen Vorkommen nippoider und hortuloider Formen im Sikakerngebiet Weserbergland ausgehen zu können, wobei die Vorherrschaft zugunsten des Dybowskii Hirsches ausfällt.
 
Ein anderes Merkmal, das von den Sikafachleuten weniger Berücksichtigung findet, sehen wir in der Auslage des Geweihs. Daher haben wir die innere, äußere und maximale Auslage der Geweihe bestimmt, um vielleicht Anhaltspunkte für unsere obigen Feststellungen zu erhalten. Die Resultate sind in der nachfolgenden Tabelle 8 wiedergegeben.
 
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Tab. 8: Messreihe über die Auslage der Geweihe (cm).
 
Wie die Messungen über die Auslagen zeigen, neigen Sikahirsche allgemein dazu, Geweihe mit großen Auslagen zu schieben. Diese scheinen aber nicht, wie es oftmals beim Rotwild zu erkennen ist, mit zunehmendem Alter des Hirsches zuzunehmen. Vielmehr können junge bis mittelalte Hirsche Geweihe schieben, die ausladender als die älterer Artgenossen sind. Im Gegensatz dazu können ältere Hirsche Stangen haben, die weitaus enger als die jüngerer Hirsche stehen.
 
Interessant ist hier wiederum die Tatsache, dass die von der Jägerschaft als nippoide Formen beschriebenen Hirschgeweihe eine geringe Spannbreite in der Innen- und Außenlage sowie in der maximalen Auslage besitzen.
 
Dies bestätigen die Geweihe 11, 12, 15, 16, 18, 19 und 20. Während ihre Werte für die innere Auslage zwischen 33 cm und 35 cm liegen, schwanken die Angaben für ihre größte und maximale Auslage zwischen 35 cm und 40 cm bzw. 30 cm und 32 cm. Diese engen Zahlenbereiche bescheinigen nicht nur eine enge Stellung der Stangen bei nippoiden Formen, sondern billigen auch diesem Kriterium, wenngleich seine Eindeutigkeit nicht so transparent wie bei der Oberschädel- und Stangenlänge ist, die Funktion eines rassenspezifischen Merkmals zu.
 
Die Spannbreite der Auslage bei hortuloiden Formen ist für die Innen- und Außenlage sowie für die maximale Auslage größer. Mit einem Bereich von 22 cm bis 57 cm bei einem Mittelwert von 40 cm für die Innenlage und von 34 cm bis 64 cm bei durchschnittlich 50 cm für die Außenlage sowie einer Differenz zwischen 38 cm und 73 cm belegen die Geweihe des Dybowskiihirsches ein breiteres Spektrum, als wir dies bei den nippoiden Formen vermerken können. Zudem zeigen allgemein hortuloide Formen mit zunehmendem Alter eine Entwicklung zu weiter gestellten Geweihen, während alte wie mittelalte Hirsche mit geringerer maximaler Auslage alle der nippoiden Rasse angehören.
 
Bei unseren Untersuchungen haben wir auch den Stangen- und Rosenumfang, die Länge der einzelnen Enden und die einzelnen Abschnitte der Stangen vermessen. Da diese Ergebnisse keine eindeutigen Zuordnungen zu einem der Rassenkreise erkennen ließen, haben wir uns für die Klärung des Sachverhalts auf die oben aufgeführten Kriterien beschränkt. Vermutlich sind die Diskrepanzen, die bei der Bearbeitung dieser Merkmale auftraten, auf die Biotopstruktur zurückzuführen, denn Unterschiede in der Waldformation sowie in den Äsungsverhältnissen können einen gewissen Grad der Beeinflussung dieser Geweihmerkmale hervorgerufen haben.
 
Die Übereinstimmung der Untersuchungsreihe zur Schädelmorphologie und zur Stangenlänge, die als Rassenmerkmale anerkannt sind, mit den Ergebnissen der Rosenstock- und Auslageberechnungen sowie den Ausführungen der ortsansässigen Jägerschaft bestätigt, dass das Sikawild des Beverunger Raums vorrangig dem hortuloiden Rassenkreis angehört. Dies belegen die vergleichenden Betrachtungen von unseren Messreihen mit den Daten hortuloider Hirsche, die aus dem natürlichen Verbreitungsgebiet stammen. Dennoch gilt es in diesem Zusammenhang auf das Vorkommen von nippoiden Elementen hinzuweisen, die bei einzelnen Individuen stärker oder schwächer ausgeprägt sein können. Insofern lebten und leben auch heute noch Sikaformen nebeneinander, die phänotypisch mehr oder weniger dem hortuloiden oder nippoiden Rassenkreis angehören. Da bei einigen Geweihen eine eindeutige Zuordnung nicht möglich war, schließen wir deshalb eine Bastardierung zwischen hortuloiden und nippoiden Formen im Vorkommen Weserbergland nicht aus. Dennoch überwiegen, wie der selektive Abschuss verdeutlicht, die hortuloide Form des Sikawildes im Vorkommen Weserbergland, was den Zielsetzungen der Sikahegegemeinschaft entspricht.
 
 
Entwicklung hortuloider und nippoider Formen
in der Sikapopulation des Vorkommens Weserbergland
  
Wie die vorangegangenen Ausführungen belegen, konnte der Nachweis geliefert werden, dass Individuen beider Rassenkreise in der Sika - Population Weserbergland zusammen leben. Diese Behauptung ist unserer Auffassung mit Sikaformen zu begründen, die keine eindeutige Zuordnung zu einem der beiden Rassenkreise bieten. Daher ist die Annahme von Bastardierungen denkbar.
 
In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, welcher Form der Stammhirsch des Beverunger Sikawildes angehörte. Aus diesem Grund bedarf es der Untersuchung seines Geweihes. Die Vermessungen beziehen sich lediglich auf die rechte und linke Abwurfstange als sechsjähriger und die linke Stange als achtjähriger Hirsch.
 
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Tab. 9: Ein Vergleich der Messergebnisse dieses Hirsches mit typisch hortuloiden und nippoiden Formen geben Hinweise auf dessen Rassenzugehörigkeit.
 
Vergleicht man die Merkmale typischer hortuloider und nippoider Formen mit denen des Stammhirsches, stellt man fest, dass der Stammhirsch hinsichtlich seiner Stangenlängen, seines Rosenumfang sowie seiner Augsprossen nahezu die Werte eines kapitalen hortuloiden Hirsches erreicht. Wenngleich die anderen Kriterien zur Bestimmung des Rassenkreises nicht die Werte erlangen, die die Trophäe des Hirsches aus dem natürlichen Verbreitungsgebiet besitzt, liegen diese im Vergleich zu den nippoiden Formen deutlich darüber. Auf Grund dieser Tatsache ist der Schluss gerechtfertigt, dass der Stammhirsch aus dem Gatter in Amelunxen deutliche Merkmale der hortuloiden Sikahirschform aufweist.
Somit ist zu erwarten, dass sich die hortuloiden Merkmale nach Auswilderung der Gatterpopulation in die Beverunger Waldungen erhalten haben. Doch wie die nachfolgende Tabelle darlegt, ist diese Annahme nicht uneingeschränkt aufrecht zu erhalten.
 
Die zeitliche Abfolge der Trophäen weist deutlich auf eine Abnahme der Geweihstärke für den Zeitraum von 1936 – 1967 hin. Danach war ein verstärkter Anstieg bei nahezu allen Merkmalen wiederum festzustellen.
 
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Allerdings trat zu Beginn der 80er Jahre, wie die Tabelle 10 belegt, erneut eine Verringerung in der Geweihstärke auf, um wiederum in den 90er Jahren anzusteigen.
 
Diese Untersuchungsergebnisse stimmen auch mit den Messungen des Oberschädels, Jochbeins, Stirnbeins und Nasenbeins überein. Während die Oberschädellängen zwischen 32cm und 20cm schwanken, erscheint die Schwankungsbreite beim Jochbein mit 10,8cm zu 12cm relativ gering. Dagegen sind die Werte der Messungen des Stirnbeins mit einer größeren Amplitude versehen, denn die Schwankungsbreite reicht von 8cm bis 13cm. Beim Nasenbein hingegen sind die Differenzen mit 7cm und 11cm ebenfalls hoch anzusetzen.
 
Der anfängliche Niedergang in der Trophäenentwicklung kann als Indiz dafür gesehen werden, dass der selektive Eingriff in die Teilpopulation stärkerer Hirsche zur Konzentration geringwüchsiger Hirsche führte. Dieser Feststellung hat die örtliche Jägerschaft nicht widersprochen, weil man damals unter falschen Voraussetzungen das Sikawild bejagte. Man nahm nämlich an, mit dem gezielten Abschuss die Förderung einer reinrassigen Population nahezukommen. Als die Wildbretgewichte und die Trophäen immer mehr an Stärke verloren und die Erkenntnis gegeben war, dass zwei Rassenkreise beim Sikawild bestehen, änderte man in der Sikahegegemeinschaft die Abschussrichtlinien, indem man die schwächeren Formen intensiv bejagte, während die Großformen geschont wurden. Insofern ist das Argument, dass die Ausgatterung und die sich anschließende Einbürgerung in die Beverunger Waldungen wegen der bestehenden Äsungsverhältnisse die Verringerung der Körperstärke hervorrief, nicht zutreffend. Dies verdeutlichen die Trophäen aus den Jahren 1976, 1978, 1987, 1992 und 1997, wo Hirsche mit einem Wildbretgewicht zwischen 75kg und 97kg gestreckt wurden, was auch als Merkmal hortuloider Formen angesehen wird.
 
Obwohl der selektive Abschuss sich in den letzten beiden Jahrzehnten gezielt auf die nippoide Form konzentrierte, sind immer wieder vereinzelt Hirsche zu finden, die in ihrer Gestalt mehr nippoide als hortuloide Merkmale aufweisen. Insofern müssen zumindest noch nippoide Merkmale vererbt werden. Daher ist das Vorkommen von Hybriden zwischen C. n. hortulorum und C. n. nippon nicht auszuschließen. Trotzdem beweisen auch die Wildbretgewichte des Kahlwildes ein deutliches Überwiegen hortuloider Charakteristika. Phänotypisch wird sich der Trend des hortuloiden Rassenkreises im Vorkommen Weserbergland stabilisieren, wenn die Abschussrichtlinien eingehalten werden.
 
Kennzeichnen wir den Stammvater der Beverunger Sikapopulation als mehr oder weniger reinrassigen Dybowskiihirsch, so liegt unserer Meinung nach die Vermutung nahe, dass entweder die Zuweisung der Reinrassigkeit der Stammpopulation nicht im vollem Umfang gegeben war, denn über die Importe des Kahlwildes bestehen keine konkreten Aussagen, oder aber die nachträgliche Auswilderung von Sikawild aus dem Tiergarten Nürnberg, dem Zoo Wuppertal oder des Gutes Schirmekes haben nippoide Merkmale in die Population der freien Wildbahn eingeführt.
 
Wenn wir bedenken, dass der Dybowskiihirsch in seinem natürlichen Verbreitungsgebiet nur noch über eine geringe Populationsdichte verfügt und er somit in seinem Bestand gefährdet ist, kann und muss es ein Auftrag für die Sikahegegemeinschaft und für die Wildbiologen sein, diese Sikawildpopulation mit größter Sorgfalt zu bejagen und zu hegen.
 
 
Literaturliste:

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Eick, E. : Zur Frage der Unterarten von Cervus nippon und ihrer heutigen Situation. In : Sika, Band 2 herausgegeben Hrsg. von Eick, E., König, R., Schwyn, G., Baumgardt, A. . Körbecke 1992.

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